Sehenswertes in Ho Chi Minh Stadt

Dong Khoi
Als Rue Catinat elegante Flanier- und Ausgehstraße der Kolonialzeit und im Namen der “Freiheit” [Tu Do) sündige Meile der Amerikaner, ist die heutige “Straße der Volkserhebung” mit ihren Hotels, Restaurants, Diskotheken, Cafes, Buchhandlungen und Souvenirshops auch weiterhin das Herz der Stadt.
Ein Spaziergang entlang der Dong Khoi sollte am Saigon-Fluß beginnen. Das Ma- jestic (Haus Nr. 1) ist eines der ältesten und prächtigsten Hotels der Stadt, vom obersten Stockwerk hat man einen unvergleichlichen Blick über den Fluß.
Das halbseidene Maxim’s (13-17) und das zuletzt von Fledermäusen bewohnte Kolonialhotel Dong Khoi (8) – beide Repräsentanten der “guten alten Zeit” – werden durch eine Generalüberholung für die Zukunft präpariert. An der Fassade des Hauses 69F kann man noch die alte Inschrift Hotel Catinat ausmachen. Das ehrwürdige Restaurant Tu Do (180) hat man erst kürzlich “gestylt” und heißt jetzt dementsprechend “Liberty”.

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Die Bauwerke Saigons – eine Chronologie

Das Brodard (131) ist das älteste noch erhaltene Cafe Saigons, auf die 20er Jahre zurückgehend, kultiviert es heute den Plastikcharme der 50er Jahre. Kneift man ein Auge zu, könnte man sich die kleine Gasse Nguyen Thiep (mit der Patisserie Brodard und dem Blick auf die Fassade des Kim-Do-Hotels) beinahe ebensogut in Marseille oder Toulon vorstellen.
Das 1899 vollendete Opernhaus diente während der “kulturlosen” amerikanischen Zeit dem Alibi einer “demokratisch” gewähl¬ten Nationalversammlung der Republik Südvietnam (saigon mekong delta phu quoc), erst die Kommunisten haben 1976 wieder ein Theater daraus gemacht.
Vom Dachgarten des Caravelle im 10. Stock genießt man einen eindrucksvollen Blick über die Stadt und auf das Conti¬nental (132-134), das dank Somerset Maugham und Graham Greene berühmteste Kolonialhotel Saigons.
Gleich gegenüber hat sich fast unverändert das Givral (169) aus den 60er Jahren herübergerettet; zu Kriegszeiten ein Synonym für “Gerüchteküche” (Radio Givral), setzte es diese Tradition lange als eine Nachrichtenbörse der Traveller fort.
Das Büro von Saigon Tourist an der Ecke Le Thanh Ton erlaubt einen Blick auf die “barocke” Fassade des 1901- 1908 erbauten Hotel de Ville, das heute Sitz des Volkskomitees von Thanh Pho Ho Chi Minh ist.
An dem Gartencafe Chi Lang vorbei erreicht man am Ende der Dong Khoi nach insgesamt 1,1 km den “Platz der Pariser Kommune” mit der neoromanischen Backstein-Kathedrale Notre Dame, einem der ältesten erhaltenen französischen Gebäude der Stadt (1877-1883), und der alten Hauptpost (1886-1891).

Präsidenten-Palast
Biegt man vor der Kathedrale nach links in die Nguyen Du ab, erreicht man nach wenigen Metern den ehemaligen Präsi¬dentenpalast.
Die Bilder gingen um die Welt, als am Morgen des 30. April 1975 nordvietnamesische Panzer durch die schmiedeeisernen Tore der Palastmauern brachen und General “Big” Minh, nach der überstürzten Flucht seines Vorgängers Thieu gerade 43 Stunden im Amt, im Namen der Republik kapitulierte. Seitdem an diesem Ort 1975/76 die Vereinigungsgespräche zwischen dem Norden und dem Süden stattfanden, heißt der Palast Dinh Thong Nhat oder “Palast der Wiedervereinigung”.
Das vierstöckige Gebäude entstand zwischen 1963 und 1968 und galt als Nonplusultra avantgardistischer Architektur. Errichtet wurde es auf den Grundmauern des alten Palais Norodom, das
• zu Bruch ging, als ein desillusionierter Pilot der südvietnamesischen Luftwaffe einen Luftangriff gegen seinen eigenen Präsidenten flog. Der katholische Diktator Ngo Dinh Diem, seit 1954 “der starke Mann” der Amerikaner in Saigon, ließ davon unbeeindruckt einen neuen Palast in Auftrag geben, in dem er aber niemals residieren sollte. Entsetzt von den öffentlichen Selbstverbrennungen buddhistischer Bonzen und aufgerüttelt von der Reaktion der Weltöffentlichkeit, ließen die Amerikaner den Präsidenten
• fallen und gaben ihn zum Abschuß durch seine Generäle frei.
Von dem 1869 erbauten Palais Norodom der französischen Gouverneure, der bis 1962 als Regierungssitz diente, ist nichts übriggeblieben. Der Wiederver- einigungs-Palast wird heute für Empfänge, Kongresse und Ausstellungen genutzt. Die Konferenzräume und Sitzungssäle in Marmor, rotem Samt und Goldbrokat ebenso wie die Privatgemächer des Präsidenten (mitsamt Privatbar und Privat¬kapelle) sind sämtlich in dem Zustand belassen, wie man sie 1975 vorfand. Im obersten Stockwerk befand sich ein Tanzsaal und auf dem Dach ein Hubschrauberlandeplatz für die schnelle Flucht.
Der Palast kann täglich von 7.30-10.30 und 13-16 Uhr besichtigt werden, der Besuchereingang ist in der Nam Ky Khoi Nghia. Eintritt $ 5.

US-Botschaft
Die dramatischen Fernsehbilder von der Evakuierung der letzten Amerikaner vom Dach ihrer eigenen Botschaft trugen nicht unerheblich zum “Vietnam-Trauma” der USA bei. Überrumpelt von dem Zusammenbruch der südvietnamesischen Verbündeten (mekong delta cruise saigon to phnom penh), blieb den Herren des Landes nur noch die überstürzte Flucht durch die Lüfte.
Während die Helikopter zwischen der Botschaft und den Flugzeugträgern hin und her rasten, versuchten Zehntausende verzweifelter Einheimischer, die im Dienst der Amerikaner gestanden hatten und nun die Rache ihrer Landsleute fürchteten, in wilder Panik das Gebäude zu stürmen, um mitgenommen zu werden.
30. April 1975, der Fall Saigons. Bilder, die Amerika noch lange verfolgen sollten. Botschafter Graham Martin kraxelt mit dem eingerollten Sternenbanner unterm Arm eilig die Stufen zum rettenden Helikopter empor. Bajonette amerika¬nischer MPs stemmen sich unerbittlich den einstigen Verbündeten, deren Frauen und Kindern entgegen. Ein Hubschrauber, an dessen Kufen sich Dutzende Verzweifelter klammern, verliert an Höhe, röchelt metallisch und schlägt mit dumpfem Krachen auf dem Dach der Botschaft auf.
Dabei hatte man sich an Leichen in der Embassy schon früh gewöhnen müssen. Nur wenige Monate nach Fertigstellung des neuen Gebäudes drangen vor den Au¬gen von Millionen entsetzter amerikanischer Fernsehzuschauer Anfang 1968 “Vietcong” in das schwer bewachte Gelände ein und lieferten den “Boys” (Wachsoldaten und Botschaftspersonal) erbitterte Kämpfe, ehe sie sich überwältigen ließen. Dies bedeutete den Wendepunkt, die amerikanische Öffentlichkeit entzog den Politikern und Generälen, die ihnen jahrelang vorgelogen hatten, alles unter Kontrolle zu haben, das Vertrauen und zwang Präsident Johnson zur Aufgabe.
Die ehemalige US-Botschaft befindet sich in der Le Duan nördlich der Kathedrale und steht heute leer. Konzipiert für superstarke amerikanische Klimaanlagen, ist das Gebäude ohne diese praktisch zu nichts mehr zu gebrauchen. Die diplomatische Vertretung der USA während der Zeit vor 1967 findet man in der 39 Ham Nghi.

Ben-Thanh-Markt
Der Cho Ben Thanh mit dem Uhrturm ist ein Wahrzeichen der Stadt und der größte Markt Saigons. Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Gewürze, Tabak, Sandalen, Hüte, Werkzeuge, Stoffe, es gibt (fast) nichts in Saigon, was nicht auch auf dem Markt und in den angrenzenden Straßen und Gassen zu finden wäre.
Die 1914 von den Franzosen errichteten Hallen befinden sich noch heute am Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Die Le Loi führt zu Oper, Rathaus, Dong Khoi und den großen Hotels, die Ham Nghi zum Fluß und den Bootsanlegestellen, die Tran Hung Dao nach Cholon. Ge¬genüber dem Markt lag früher der Bahn¬hof Saigons (was das tote Gelände zwi¬schen Le Loi und Pham Ngu Lao erklärt), und starten und enden heute fast alle öf¬fentlichen Buslinien. Die beiden Denk¬mäler auf dem Platz erinnern an den er¬finderischen Tran Nguyen Han, der im 13. Jh. erstmals Brieftauben als Kuriere einsetzte, und an die Studentin Quach Thi Trang, die 1963 bei Protestdemon¬ strationen gegen den amerikanischen Statthalter Diem von der polizei erschos-sen wurde
Binh-Tay-Markt
Der Cho Binh Tay in Cholon, nur wenige Schritte vom Busbahnhof Cholon gele¬gen, wirkt lebendiger und ursprünglicher als der Zentral-Markt Saigons, ist aber in¬zwischen renoviert worden.
Weitere Märkte
• Die Nguyen Thai Hoc unweit der Pham Ngu Lao (zwischen Tran Hung Dao und Ben-Nghe-Kanal) ist ein Großumschlag¬platz für Obst und Gemüse. Hier gibt es die billigsten Ananas, Melonen und Bananen. •An der “Kreuzung Nr.6” (Nga 6) liegt zwi¬schen der Nguyen Thi Minh Khai und der Pham Viet Chanh ein kurioser Dschungelmarkt, der außer schußfrischem Wild und getrockneten oder eingelegten Schlangen vor allem jede Menge soge¬nannter “Naturmedizin” anbietet.
• Lebende Tiere aller Art wie Vögel, Schildkröten, Schlangen, Affen, Bären, Gürteltiere, Katzen und vieles mehr wer¬den auf dem Cho Cau Mong am Ben- Nghe-Kanal angeboten.
• Einen lebendigen Fischmarkt findet man nahe der Cau (Brücke) Ong Lanh über den Ben-Nghe-Kanal am Ende der großen Marktstraße Nguyen Thai Hoc.
• In der Thuan Kieu in Cholon (Verlängerung der Chau Van Liem nach Norden) findet man nahe dem Cho-Ray-Hospital einen Vogelmarkt.
• Sehenswert, allerdings nicht ganz einfach zu finden, ist der größte Entenmarkt Südostasiens (und vielleicht der Welt) in dem Weiler Binh Hung. Hier wechseln täglich mehr als 10.000 Enten den Besitzer, zur Zeit der Reisernte im August und Dezember sollen es gar an die 100.000 pro Tag sein. Die Enten werden in dem Weiler gezüchtet und von dort ins Mekong-Delta (mekong delta vietnam) transportiert, wo sie heranwachsen und sich Gewicht anfres- sen, ehe sie schlachtreif an ihren Geburtsort zurückkehren. Binh Hung liegt im Distrikt Binh Chanh ca. 1 km südlich der Nhi- Thien-Duong-Brücke in Cholon.
• Für Liebhaber von Orchideen und Bonsais empfiehlt sich das Saigon Gar¬den Centre (Verkauf und Ausstellung) im Xa (Dorf) An Khan, 15 Tran Nao kurz hinter der Brücke über den Saigon-Fluß Richtung Bien Hoa und Vung Tau; von der N 1 auf der Tran Nao etwa 1 km nach rechts.

 Für mehr Infos: V Spirit cruise Halong bay

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